Fahrverbot Einspruch: Bußgeld verdoppeln oder verdreifachen

Gegen ein Fahrverbot Einspruch einzulegen, ist eine schwierige Angelegenheit und gelingt daher nicht immer. In einigen Fällen ist es dennoch möglich, anstelle eines Fahrverbots ein höheres Bußgeld zu bezahlen. Die Aussicht darauf wird jedoch immer geringer, wenn…

• Sie kein Ersttäter sind, weil Sie in den vergangenen zwei Jahren bereits ein Fahrverbot antreten mussten.
• Sie während des Verstoßes unter Drogen- oder Alkoholeinfluss gestanden haben.
• Sie während Ihres Vergehens einen Verkehrsteilnehmer gefährdet oder eine Sache beschädigt haben.
• Sie schon Punkte auf Ihrem Konto in Flensburg haben.

Härtefall, Augenblickversagen und Mitzieheffekt

Die Chance, Ihr Fahrverbot in eine höhere Geldstrafe umzuwandeln, ist dagegen umso höher, wenn diese Umstände nicht auf Sie zutreffen. In dem Fall haben Sie vor Gericht mehrere Möglichkeiten zu argumentieren: Zum einen können Sie beweisen, dass Sie ein sogenannter Härtefall sind, indem Sie plausibel versichern, dass Sie ohne Fahrerlaubnis Ihren Arbeitsplatz verlieren. Glaubt Ihnen das Gericht, wird das Bußgeld verdoppelt oder verdreifacht.

Zum anderen können Sie sich auf das Argument des Augenblickversagens berufen: Ein minimaler Verstoß im Straßenverkehr kann als Folge eines unachtsamen Moments dargestellt werden. Wenn Sie anführen, dass Sie zu schnell gefahren sind, weil Sie das Verkehrsschild aufgrund mangelnder Ortskenntnis übersehen haben, könnte das Gericht von dem Fahrverbot absehen.

Hat man Ihnen das Fahrverbot wegen eines Rotlichtverstoßes erteilt, besteht die Möglichkeit, sich auf den Mitzieheffekt zu berufen: Die Argumentation verläuft ähnlich wie die des Augenblickversagens – jeder macht Fehler. Bevor Sie über die rote Ampel gefahren sind, haben Sie noch vorschriftsgemäß gewartet. Weil die Straße jedoch mehrspurig ist und die Ampelschaltungen unterschiedlich funktionieren, sind Sie mit den Fahrern auf der nebenliegenden Spur losgefahren, obwohl Ihre Ampel noch nicht grün aufgeleuchtet hat. Die anderen Autos haben Sie also „mitgezogen“.

Damit Ihre Chancen auf einen erfolgversprechenden Einspruch steigen, sollten Sie sich von einem Anwalt unterstützen lassen.