Weihrauch – Ernte und Gewinnung des kultischen Räucherwerks

Weihrauch ist vor allem als kultisches Räucherwerk bekannt, insbesondere in unserer Region in den christlichen Kirchen. Es wird aber auch heilkundlich verwendet, insbesondere als Phytotherapeutikum. Das Harz wird aus diversen Pflanzen gewonnen, nämlich aus den verschiedenen Arten der sogenannten Boswellia. Dabei erzeugt jede Art einen unterschiedlichen Harztyp. Die Qualität wird dabei vom jeweiligen Standort beeinflusst.

Die Produktion von Weihrauch beginnt etwa zwischen März und April und dauert meist mehrere Monate an. Dabei werden Stämme und Äste der Pflanzen beschnitten, damit die klebrige und milchartige Flüssigkeit austritt. Diese wird anschließend luftgetrocknet: So entsteht das typische Harz. Die Ernte verläuft in mehreren Durchgängen. Der erste Vorgang ergibt allerdings nur ein sehr minderwertiges Harz. Dieses wurde früher gar nicht verwendet, ist heutzutage jedoch auf dem Markt erhältlich. Eine annehmbare Qualität kann erst etwa drei Wochen nach Beginn der Ernte erhalten werden. Diese wird je nach verstrichener Zeit immer reiner und qualitativer.

Unser verwendeter Weihrauch stammt hauptsächlich aus Zentralafrika und den arabischen Gebieten

Die Harztropfen der ersten Ernte sind klein und schwarz bis bernsteinfarben. Die der letzten ernte sind dagegen ca. einen Zentimeter groß und von fast reinweißer Farbe. Die hohe Qualität hat selbstverständlich auch ihren Preis: Die hochwertigen Harztropfen sind bis zu fünfzehnmal teurer als die der ersten Ernte.
Wieviel Harz letztendlich geerntet wird, wird maßgeblich durch den Baum bestimmt. Dabei spielen Faktoren wie Größe, Alter und Gesundheit der Pflanze eine Rolle. Problematisch ist hierbei insbesondere der bedrohte Fortbestand von Weihrauchbäumen.

Das Land Somalia ist dabei der führende Weihrauchproduzent: Mehr als 82% des Harzes wird hier geerntet. Weitere Erntestaaten sind außerdem der Sudan, Eritrea, Äthiopien, sowie weitere arabische und zentralafrikanische Länder.